*
Mit geförderten Autos die Bürger an die Stromleine legen – ein Schelmenstreich?

Mit dem am 18. Mai im Bundeskabinett beschlossenen Förderprogramm zum Kauf von Elektrofahrzeugen lädt die Bundesregierung alle Bürger dazu ein, einen noch bestehenden Vertrauensvorschuss in gerechte Entscheidungen der Regierung abermals ein weiteres Stück abzubauen: Einerseits hat die Bundesregierung mit dem Argument einer ungleichen Behandlung aller Stromverbraucher aufgrund des steigenden Strompreises das EEG (das erneuerbare Energien Gesetz) immer wieder reformiert, sodass letztendlich erkennbar wird, dass ein umlagefinanzierter Ausbau der Energieversorgung über private Investitionen erschwert werden soll – andererseits will die Bundesregierung den Kauf von Elektroautos durch Förderprämien, die natürlich über Steuergelder finanziert werden müssen, ankurbeln. Auch dabei müssen die verschiedenartigen Steuerzahler ungleich behandelt werden. Die Bundesregierung zeigt damit deutlich, dass sie auch in Kauf nimmt, sich selbst zu widersprechen. 

Einerseits soll sich für den privaten Bürger das Erzeugen von elektrischem Strom nicht wirklich lohnen, obwohl dies den Staat nicht belastet, und andererseits sollen die Bürger stromverbrauchende Produkte kaufen, die aufgrund ihrer technischen Konzeption und ihrer Leistungsfähigkeit diese Bürger in ihrer Mobilität eher einschränken. Dies passt nur dann wirklich zusammen, wenn als Ziel dieser Maßnahmen eine versteckte Industrieförderung angenommen wird, die in Teilen sogar vom Steuerzahler finanziert werden soll. 

Die EEG-Umlage wird von allen Stromverbrauchern bezahlt – auch von denen, die privat erzeugten Strom ins Stromnetz einspeisen! Die Förderprämie für den Kauf eines Elektroautos wird zu Hälfte von der Bundesregierung bezahlt – und dies mit Steuergeldern, die von allen Bundesbürgern erbracht werden! Dazu tragen auch die Bundesbürger bei, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln, oder mit dem Fahrrad fahren, und auch die, die zu Fuß unterwegs sind. Vor allem tragen auch die Bundesbürger mit dazu bei, die sich kein Elektroauto kaufen, weil sie sich durch die batteriebetriebene Variante dieses Produkts mit einer nur geringen Reichweite in ihrer Mobilität eingeschränkt sehen und die erforderliche Infrastruktur nicht im benötigten Maß zur Verfügung steht. Die andere Hälfte dieser Förderprämie soll von der Automobilindustrie getragen werden. Wahrscheinlich werden hierbei – wie bei der EEG-Umlage – von den Herstellern alle Autokäufer belastet: Es muss damit gerechnet werden, dass diese Kosten letztendlich auf den Kaufpreis aller Autos aufgeschlagen werden!

Zusätzlich zu den Förderprämien sollen die Käufer solcher Autos für zehn Jahre von der KFZ-Steuer befreit werden. Dies ist dann wieder eine rein staatliche Subvention, zu der abermals alle Bürger beitragen müssen.
Die Bundesregierung bekämpft also einerseits das Umlegen von Kosten auf eine Gemeinschaft bei den erneuerbaren Energien und subventioniert andererseits dieses Umlegen auf alle Bürger bei der Kaufprämie für batteriebetriebene Elektroautos. 

Hier wird damit sogar die Industrie gestützt, die in den letzten Monaten und Wochen das gesamte Vertrauenspotenzial, das ihr von den Bürgern und Kunden entgegengebracht wurde, verspielt hat. Geht die Solidarität der Bundesregierung mit der Automobilindustrie so weit, dass sie ihr bei den Bürgern noch vorhandenes Restpotenzial an Vertrauen in politische Weitsicht ebenfalls aufs Spiel setzt?

Es gibt noch weitere Auffälligkeiten bei diesem Förderprogramm! Ausgerechnet die batteriebetriebenen Elektrofahrzeuge, die mit viel Batteriegewicht eine genügend große Reichweite bieten, sollen aufgrund einer oberen Preisgrenze nicht gefördert werden. Auch die Elektrofahrzeuge, deren Reichweite nicht an eine Batteriekapazität gebunden ist, sollen nicht gefördert werden! Dies trifft vor allem auf die Autos zu, in denen der benötigte Fahrstrom auf nachhaltige Weise im Fahrzeug selbst über die Technik der Brennstoffzelle erzeugt wird. Da diese Antriebstechnik Wasserstoff als Treibstoff benötigt, wäre es ebenfalls sinnvoller gewesen, zumindest einen Teil des Fördergeldes für den Aufbau eines entsprechenden bundesweiten Tankstellennetzes für Wasserstofftankstellen zu verwenden und Autos mit dieser Antriebstechnik ebenfalls zu fördern. Hier kann angenommen werden, dass die deutschen Automobilhersteller den Wunsch, diese Technologie nicht zu fördern, bei den Gesprächen mit der Bundesregierung eingebracht haben!

Zusammenfassend betrachtet werden also nur die Elektroautos gefördert, die den jeweiligen Fahrer aufgrund der vorgegebenen Reichweite in seiner Mobilität eher behindern. Bei den geförderten batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen müssen die jeweiligen Fahrer, aufgrund der Batteriereichweite, schon nach nur 80 – 120 km Strecke mit einem längeren Ladetankstopp rechnen. Die ebenfalls geförderten Hybridfahrzeuge haben nur geringe Reichweiten für das rein elektrische Fahren. Im Betrieb mit Verbrennungsmotor fallen aber wieder Abgase an. Inwieweit diese entsprechend gereinigt werden, bleibt abzuwarten.

Insgesamt kann derzeit nur festgehalten werden, dass diese Subvention ein Geschenk der Bundesregierung an einen Teil der Automobilindustrie ist. Mit Steuergeldern werden die Hersteller subventioniert, die es vorziehen, eine zunächst für den Bürger eher ineffektive und den Tagesablauf eher belastende Technologie zu verkaufen. 

Wahrscheinlich sollten sich die interessierten Bürger zusammenfinden, und über Crowdfunding-Projekte einen privatwirtschaftlich organisierten Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur für Gastankstellen mit Wasserstoff-Zapfsäule angehen. Wer dies unterstützen möchte, möge bitte per Mail an den Pilgerwege-Verlag auf diesen Blogbeitrag antworten.

(von Dr. Peter Brinnel)

Facebook Twitter LinkedIn Xing
Kommentar 0
Startseite-Block-01
blockHeaderEditIcon

Das Leben ist spannender als ein Krimi!

Für alle, die gerne mit Anderen auf dem Wege sind, habe ich den Pilgerwege Verlag ins Leben gerufen. Meine Autorinnen und Autoren möchten Sie an ihren Lebens-Erfahrungen teilhaben lassen, indem sie die Tipps, die ihnen „auf ihrem (Lebens-)Weg“ geholfen haben, an Sie weiterreichen.

 Hier finden Sie nicht nur Wanderführer, sondern alle Themen, bei denen Menschen „auf dem Wege“ sind, also auch Biografien, Ratgeber und Finanzthemen.

Einzige Bedingung: die Texte müssen zum Nachdenken anregen und das persönliche Leben der Leser bereichern. Wir greifen gesellschaftliche Themen auf und stellen Lösungsansätze zur Diskussion. Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Ihnen! 

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
Kein Problem. Geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben.