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Können Endlager sicher genug sein oder müssen neue Konzepte gedacht werden?

Bisher denken Ingenieure und die meisten Wissenschaftler in der Kategorie Endlager für gefährliche Stoffe grundsätzlich in der Richtung, diese Stoffe irgendwie so zu deponieren, dass sie endgültig und sicher gelagert sind. Ist diese Denkweise grundsätzlich fehlerhaft, wenn für die Umgebung des entsprechenden Endlagers keine festen Werte angenommen werden können? Es gibt da einen Faktor, dessen Wirkung für alle beteiligten Größen nicht eingeschätzt werden kann: Der Faktor Zeit. 

Für die Wirkungsgröße Zeit muss beim Thema Endlagerung immer folgende Frage gestellt und beantwortet werden: Wie schnell ist langsam? Dieser Wirkungsfaktor zeigt sich nicht nur beim Betrachten von Halbwertszeiten, sondern überall da, wo Vorgänge für unser menschliches Zeitempfinden eben sehr langsam ablaufen. Die entsprechend relevanten Vorgänge und Prozesse laufen meist noch so schnell ab, dass die für das Endlagergut hochradioaktiver Abfälle notwendigen Zeiträume eben grundsätzlich nicht vollständig überschaut werden können. Dabei wird dann mit Annahmen gearbeitet. Diese Vorgehensweise öffnet jeder gewünschten Manipulation die erforderlichen Türen ganz weit! 

Niemand kann heute überschauen und vorhersagen, welcher Materialwert aus der Umgebung eines geplanten Endlagers sich in zehn- oder in hunderttausend Jahren nicht so verändert, dass ein Endlager dann als Gefahr für die dort bestehende Umwelt betrachtet werden muss. Deshalb sollten Endlager grundsätzlich so beschaffen sein, dass die entsprechenden Verantwortlichen jederzeit auf das Lagergut zugreifen können. Dies würde bedeuten, dass Endlager grundsätzlich zugänglich gestaltet werden müssen.

Dies bedeutet aber auch, dass solche gefährlichen Endlager grundsätzlich so konzipiert werden sollten, dass ein Umlagern jederzeit erfolgen kann, bevor entsprechende Gefahren eintreten. Deshalb sollten Langzeitendlager ständig überwacht werden und ständig zugänglich gestaltet sein. Für die Container, in denen das Lagergut aufgenommen wird, müssen daher höchste Ansprüche an das Material und an die Konstruktion verlangt werden. Diese Container müssen dann so gelagert und gestapelt werden, dass sie – wenn erforderlich – sicher zu einem neuen Lagerort  gebracht werden können.

Dieses Grundkonzept erfordert daher keine aufwändige Suche nach einem festen Lagerplatz. Es erfordert dagegen einen gewissen Aufwand beim Erstellen eines vorübergehenden, sicheren Lagerplatzes, der eventuell nach 50, oder nach 100, oder nach 500, oder nach 1.000 oder mehr Jahren verlassen werden muss. Wenn dieses Erfordernis entsteht, muss rechtzeitig ein neuer Lagerplatz geschaffen und eingerichtet werden. Dies könnte dann so oft und so lange betrieben werden, bis vom entsprechenden Lagergut keine Gefahr mehr für die jeweilige Umwelt ausgeht. Die Kosten für solche betreuten Endlager können besser kalkuliert werden. Möglicherweise können sie auch über einen Endlagervertrag mit der über die Halbwertszeiten des Lagerguts bestimmten Laufzeit entsprechend festgeschrieben werden. 

Eine Automatisierung des jeweiligen Endlagerbetriebs würde dessen Kosten noch erheblich reduzieren. Die Frage danach, ob die derzeit vorgeschlagenen Beträge für eine entsprechend sichere Betriebszeit von mehreren zehntausend Jahren ausreichen können, wurde bisher offiziell noch nicht gestellt! 

(von Dr. Peter Brinnel)

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