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Getötet von einem Roboter!

Wie viele tödliche Unfälle mit robotisierten Automobilen müssen noch geschehen, bevor die Roboter die schon lange formulierten Robotgesetze einhalten?

Die Entwicklung der bemannten Raumfahrt ist ein Beispiel dafür, wie die Astronauten zuerst darum kämpfen mussten, dass der Mensch nicht Mitfahrer in einer gesteuerten Kapsel, sondern Lenker derselben sein soll. Muss sich bei der Entwicklung selbstfahrender Automobile ein solcher Vorgang wiederholen? Muss sich der Mensch abermals gegen eine Entmündigung wehren?

Leider gibt es inzwischen schon mehrere Unfälle mit selbstfahrenden Autos, bei denen Menschen getötet wurden: 

  • Bereits im Jahr 2016 gab es einen tödlichen Unfall, bei dem ein Tesla-Fahrzeug einen abbiegenden Sattelschlepper nicht erkannte.
  • Am 18. März 2018 erfasste ein Testfahrzeug des Fahrdienstvermittlers Uber in Tempe/Arizona eine Frau, die - ihr Fahrrad schiebend – die Fahrbahn überquerte. Sie erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus.
  • Am 23. März 2018 raste ein Tesla Modell X mit eingeschaltetem Autopilot gegen einen Betonpoller. Der Unfall ereignete sich auf der Autobahn bei Mountain View im Silicon Valley in Kalifornien. Das batteriebetriebene Elektrofahrzeug ging bei diesem Unfall in Flammen auf, der Fahrer kam dabei ums Leben.  

Auch in Deutschland gibt es schon jetzt Assistenzsysteme, die den Fahrer in eine ungewohnte Rolle zwingen. Beispielsweise kann eines der Systeme beim Auffahren auf einen Stau das Fahrzeug abbremsen und dabei die Spur halten, wobei der Fahrer allerdings zum Zuschauer wird. Bei längeren Fahrten im Roboterbetrieb zeigt sich in der Simulation, dass die Fahrer schneller müde werden und die Achtsamkeit auf die umgebende Verkehrssituation schnell stark nachlässt. Die Werbung der Automobilindustrie impliziert ja auch, dass künftig während der Fahrt andere Aktivitäten möglich und wahrscheinlich auch gewünscht sind. Mit zunehmender Perfektionierung wird es für den Menschen immer schwieriger werden, die notwendige Konzentration für ihre Überwachung aufrecht zu erhalten. Auf diese Weise wird der künftige Autofahrer ähnlich konzentriert fahren müssen, wie es heute von den Berufspiloten in den Jets des zivilen Luftverkehrs verlangt wird! Auf der juristischen Seite des Problems gilt immer noch, dass der Fahrer eines Fahrzeugs die Verantwortung trägt. Dies berücksichtigt aber in keiner Weise, dass auch heute schon in bestimmten Situationen der Fahrer von einem Roboter übersteuert wird.

Die bisherigen tödlichen Unfälle in den USA zeigen deutlich, dass die Entwickler die wichtigsten Forderungen für eine Algorithmisierung nicht mitprogrammiert haben! 

Diese wurden schon 1942 von Isaac Asimov als „Grundregeln des Roboterdienstes“ formuliert:

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
  2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel 1 kollidieren.
  3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel 1 oder 2 kollidiert.

Wenn die Entwicklungsingenieure und die Finanziers solcher Entwicklungen schon die einfachsten Grundregeln missachten, dürfen sich die Menschen künftig auch im Verkehr nicht mehr darauf verlassen, dass alle Verkehrsteilnehmer die Verkehrsregeln einhalten – dies haben diese Unfälle deutlich gezeigt. Dürfen die Menschen künftig solchen Techniken überhaupt vertrauen und welchen Einfluss hat dies dann auf die Mobilität? Welche Lösungen kann unser Gesetzgeber finden, um nicht eine Fehlfunktion eines Roboters dem Menschen anzulasten?

(Dr. Peter Brinnel)

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